Zöliakie / Weizenallergie / Weizensensitivität - haben immer mehr Menschen Unverträglichkeiten?

Wer seine Freunde zu einem gemütlichen Abend mit leckerem Essen einladen möchte, wird heute teilweise vor große Herausforderungen gestellt: der eine mag dies nicht und die andere kann / darf oder soll das nicht. Man ruft die Liebsten also vorher fragend an und steht dann mit Kochrezept und Zutatenliste bewaffnet ein bisschen verloren im Supermarkt und liest Kleingedrucktes auf Verpackungen als wären es Romane. Aber wie kann das sein, dass plötzlich niemand mehr Weizen verträgt, wenn nur 1% der Bevölkerung von Zöliakie betroffen ist? 

Zuerst einmal: hier muss man unterscheiden! Zöliakie ist selten.

1. Zöliakie: chronische Erkrankung des Dünndarms, die eine lebenslange Unverträglichkeit des Klebereiweiß Gluten bedeutet. Gluten kommt in Weizen und allen verwandten Getreidesorten vor (z.B. Dinkel, Roggen, Gerste, Einkorn). Beim gesunden Menschen wird die aufgenommene Nahrung im Dünndarm in ihre Bestandteile zerlegt und über die Schleimhaut im Körper verwertet. Damit besonders viele Nährstoffe aufgenommen werden, ist der Darm mit Zotten ausgestattet, die die Oberfläche zur Aufnahme vergrößern. Beim Zöliakiebetroffenen hingegen entzündet sich die Darmschleimhaut durch die Glutenzufuhr und die Zotten bilden sich zurück. Die Oberfläche verringert sich und es können immer weniger Nährstoffe aufgenommen und verwertet werden. Es entstehen Nährstoffdefizite, die eine Vielzahl an Beschwerden auslösen können. Bei der Entstehung von Zöliakie spielt die Genetik eine wichtige Rolle, aber auch Umweltfaktoren und Infektionen beeinflussen das Krankheitsbild. Die Häufigkeit der Krankheit liegt bei etwa 1:100, wobei nur 10 bis 20% der Zöliakiebetroffenen alle Symptome aufweisen. Eine Vielzahl der Erkrankten weiß nicht einmal um ihre Zöliakie.

2. Weizenallergie: allergische Erkrankung / Überempfindlichkeit gegenüber Weizeneiweißen. Eine Allergie ist eine Fehlprogrammierung des Immunsystems, die dazu führt, dass Abwehrstoffe gegenüber harmlosen Fremdstoffen (dem Weizen) gebildet werden. Sobald der Körper mit dem Weizen-Allergen in Berührung kommt, produziert er Antikörper, die den „vermeintlichen Feind“ bekämpfen. Dadurch werden Entzündungen ausgelöst, die sich in Form verschiedener Symptome der Haut und anderer Organen (Atemwege) bemerkbar machen. Bei Kindern tritt die Weizenallergie häufiger auf (und verschwindet zumeist auch wieder), bei Erwachsenen ist sie selten.

3. Glutensensitivität: nicht-allergische glutenbedingte Funktionsstörung. Eine Glutensensitivität kann plötzlich und in jedem Alter auftreten und sich dementsprechend nach einer glutenfreien Diät auch wieder verbessern. Sie äußert sich ähnlich wie die Zöliakie und wird bisher nur durch Ausschlussverfahren (keine Zöliakie / keine Weizenallergie) ermittelt. Es gibt keine messbaren Indikatoren und wird in der Wissenschaft kontrovers diskutiert, da keine eindeutige Diagnose möglich ist.

Aber trotzdem, warum klagen nun so viele Menschen über Bauchweh? Ein erster kleiner Erklärungsansatz:
Wir optimieren uns immer mehr und haben keine Zeit für ausgedehnte Essenspausen um die Mittagszeit. Essen muss schnell gehen, in den Zeitplan passen und auf dem Weg liegen. Hier wird schnell deutlich: der tägliche Gang zum Bäcker um die Ecke sowie Pasta, Pizza und Fertiggerichte sorgen dafür, dass wir extrem viel Weißwehl, also Gluten, zu uns nehmen. Und bereits Paracelsus wusste im Mittelalter, dass die Dosis das Gift macht.
Auf der anderen Seite ist unser Bewusstsein für Körper und Ernährung in einem extremen Maß gestiegen. Ernährung ist Philosophie und Lebenseinstellung, vielleicht auch das neue Statussymbol. Sie rückt vielmehr ins öffentliche Bewusstsein und Unverträglichkeiten werden häufiger diagnostiziert. Der empfindliche Magen von früher, der einfach erduldet wurde, wird so zur Laktoseintoleranz oder eben Glutensensitivität.

Was meint ihr? Gibt es mittlerweile auch mehr Unverträglichkeiten in eurem Bekanntenkreis? Und, habt ihr Lust noch tiefer in das Thema einzutauchen? Ich denke, wir werden hier nach und nach etwas Licht ins Dunkel bringen können.

Alles Liebe,
Eure Nathalie

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  • Informativer und toller Blogpost!

    Hallo Nathalie,

    mir war gar nicht bewusst, dass es da auch noch Unterschiede gibt. Vielen Dank für die verständliche Erklärung und die neuen Infos.

    Viele Grüße und ein schönes Wochenende,

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